Jackson Pollock

Paul Jackson Pollock (* 28. Januar 1912 in Cody, Wyoming; † 11. August 1956 in Springs-East Hampton, New York)

war eben falls ein „12er“, in gewisserweise ein Antipode von John Cage. Cage sagte über ihn: „Ihn hab ich nie kennenlernen wollen“. David Revill schreibt in der Cage Biografie „Tosende Stille“ (sinngemäß): Pollock war ein Rüpel und ein Alkoholiker, der seine Werke in tänzerischen Inprovisationen erschuf. Diese dionysische Extase war dem apollinischen Cage zu tiefst zu wider.

Seltsam finde ich nur, das Cage das Tänzerische so nah an sich heranließ (in der Person Merce Cunningham), ist dieses Tänzerische ein apollinisches Element? Ich hätte Cunninghams Tanzweis nie so bezeichnet, aber wo ist da der Unterschied … im fehlen der Extase?

Spannend ist auch der Tod von Pollock, knapp ein Jahr nach James Dean allerdings mit etwas anderem Vorzeichen, Jackson fuhr im Suff (er soll selten nüchtern gewesen sein) aber wie bei Dean überlebte die mitfahrende Person.

In vielen Punkten erinnert Pollock an den Alt-Chinesischen Maler, der im Suff seinen Kopf in ein Fass mit Tinte gesteckt haben soll. Mit der Tinte besudelte er das Papier um dann mit dem Pinsel die herrlichsten Landschaften daraus zu gestalten (Fundstelle? vermutlich Alen Watts „Der Lauf des Wassers“, eigentlich auch eher ein Apolliniker,  ich suche es mal bei Gelegenheit).

Neben dem Jazz, der Cage auch suspekt war, dürfte Pollock eine wichtige Quelle für Cages Abneigung gegen die Improvisation gewesen sein, allerdngs sind seine Anweisungen in vielen Punkten nicht von Improvisation zu unterscheiden. Cage wollte eine vorbereitete Interpretation des Zufalls, das unterscheidet sich nicht wesentlich von den Forderungen an gute Improvisation, einzig die Vermeidung von Extase scheint eine bei Cage eine andere Geisteshaltung darzustellen. Extase und Trance sind aber wichtige Elemente in der Musik. Genau diese Auflösung in der Musik scheint Cage aber ein Dorn im Auge gewesen zu sein.

Er forderte den bewussten Mensch, der auch nötig ist um eine „funktionierende Anarchie“ zu erzeugen. Bei Beethoven verabscheute er das Aufgehen in der Masse, (Cage wollte eine Musik die ohne das Diktat eines enzelnen auskommt, eine Musik ohne Dirigenten), bei Pollock das Loslassen (Rausch) und gleichzeitig sich in den Mittelpunkt rücken, das allem Rauschhaften anhängt. Am Schlimmsten war für ihn wohl das rauschafte Erleben von Massen, wie es Hooligans gerne haben. Für ihn ging der Weg des Rausches in die selbe Richtung wie in der Antike, wo ein König im Rausch die eigene Tochter tötet, in ein Fest der Zerstörung, das Cage bei allen „Umstürzlerischen Gedanken“ nicht erleben wollte.

Er wollte die Erweiterung der Musik durch Vernunft … und nahm dafür in Kauf wie ein „Kluger Hofnarr“ verlacht zu werden (vergleiche die You Tube Aufnahen von „Water Walk“: „I prever laughter“).

Seine Erweiterunge in Richtung Geräusch und Stille sind überaus vernünftig, manchmal fehlt ihnen jedoch das „spielerisch Leichte“ und er wir seinem früheren Lehrer Arnold Schönberg gar nicht so unähnlich, obwohl Cage von ihm sagte: „In Bezug auf seine Musik kennt Schönberg keinen Humor“

 

Natural Pollock (c) Howie Brand

 

 

 

Trackbacks & Pingbacks 1

  1. From Cage Walk 2012 - Groundhog Day on 05 Feb 2012 at 14:22

    […] (als Beispiel der Bewussten, bzw. Genialischen Vorherplanung) noch die Improvisation (vergl. Jackson Pollock oder den Jazz) der richtige Weg. Es scheint so, als wollte er seine “Befreiung” mit dem […]

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