Gibt es weniger als Nichts?

Diese Frage stellte mein lieber Freund Andreas, der eifrig meinen Blog liest und in ZEN-Dingen bewandert ist.

Ich weis nicht ob es darauf wirklich eine Antwort gibt, ich würde sie so versuchen:

Das NICHTS ist ein Konstrukt, das Entsteht wenn das KEIN verallgemeinert wird.

Unsre Symbol für KEIN ist die Null „0“ und üblicherweise muss dabei eine Größeneinheit mit gedacht werden.

0 Äpfel sind nicht das Selbe wie 0 Birnen

Zumindest im Reich der Matematik (oder ihrem Teilgebiet der Informatik)

Eine Schale sehe ich aber nicht an, was sie „nicht“ enthält, die Schale erweitert das KEIN und wir sagen sie enthält „Nichts“ wir haben das KEIN verallgemeinert. Aber dieses „Nichts“ ist eben nicht wirklich vollständig. Das die kleine Obstschale jemals Elephanten enthalten könnte (also ausgewachsene Rüsseltiere) ist z.B. unwahrscheinlicher als das sie Luftatome enthält, denn das tut sie bereits, wenn wir die Schale nicht im Vakuum stehen haben.

Das der Begriff Vakuum uns auch wieder Schwierigkeiten macht ist klar, ebenso die Frage, was heißt enthalten?
Wann ist etwas in der Schüssel und wann ist es draußen. Die Mathematik tut sich da leicht und wir verstehen nicht, das die Zahl 1 genauso „unnatürlich“ ist wie die Kreiszahl PI, denn sie verschleiert uns die Frage was genau ist 1. Was ist ein Mensch? Ist jemand der 100 kg wiegt „genauso Mensch“ wie der „Durchschnittsmann“ mit 75 kg auf den sich die Aufzugsfirmen bei ihren Angaben berufen, wenn sie Schreiben 6 Personen oder 450 kg. Wir haben uns daran gewöhnt die Größeneinheiten die hinter unseren Zahlen stehen zu ignorieren.

Kann es also weniger als „Nichts“ geben?

Weniger als KEIN ist kein Problem. „Hinter“ der Null kommen die Minuszahlen. Sie gewähren uns Kredit.
Für das NICHTS ist also das Symbol „0“ nicht ausreichend, es reicht höchstens für eine Verallgemeinerung des KEIN also das „Nichts“. Das Symbol für NICHTS ist in der Informatik das NULL also das „nicht definiert“. Allerdings ist hier bei immer noch möglich eine „Zwischendefinition“ des NULL zu machen isnull(NICHTS,KEIN), also das NICHTS durch ein KEIN zu ersetzen.

Es bleibt nun also die Frage ob das NICHTS wirklich mit dem NULL dargestellt ist oder ob das so definierte NICHTS nicht doch eher ein „Nichts“ ist, also unvollständig. (das NULL ist sowieso nur ein Kein! den es heißt: Kein Bit hinterlegt, der Computer erwartet ja keine Äpfel oder Birnen! SW 21.10.2105)

Erst dann kann entschieden werden, ob es weniger als NICHTS geben kann.

Ein literarische Annäherung an NICHTS (bzw. eben weniger als NICHTS) ist Michael Ende in die „Unendliche Geschichte“ gelungen, wenn er schreibt, das die Veränderungen, das Verschwinden ganzer Landschaften aus Phantasien, nicht einfach ein ersetzen oder überdecken ist. Die Stellen sind nicht einfach schwarz, sondern es ist so, als ob man blind würde.

Eine andere Idee ist in dem Gedanken versteckt: Wenn ich Nichts tue, vergeht die Zeit trotzdem. Erst wenn die Zeit nicht mehr vergeht, passiert wirklich NICHTS mehr. Da ich die Zeit nicht anhalten kann, kann ich auch nicht sagen, ob es NICHTS gibt und damit auch nicht, ob es weniger als NICHTS geben kann. (SW 21.10.2105)

Der Blinde Fleck

Er ist nicht einfach nur eine Stelle, die man durch Veränderung des Standpunktes auffüllen könnte (wie beim namensgebenden Blinden Fleck in unserem Auge) sondern die völlige Unfähigkeit zu begreifen was dort ist. Wie gesagt, diese Unfähigkeit kann als NICHTS oder als „weniger als NICHTS“ verstanden werden. Je nach dem ob ich NICHTS für eine definierbare Singularität halte (die ich durch Limesbetrachtungen definieren kann), den dann gäbe es weniger als NICHTS, oder ob ich erst diese Undefinierbarkeit als NICHTS bezeichnen würde, dann gibt es für uns aber keine Möglichkeit zu erfassen was dies NICHTS ist.

Wenn Cage von Stille spricht, meint er das KEIN von Geräusch, also das fehlen von Luftdruckschwankungen die wir mit dem Ohr wahrnehmen können.

Wenn Cage vom NICHTS spricht, meint er das definierbare NICHTS. Und selbst dieses existiert in einer wirklichen Welt (in der ich als Individuum Wirkung entfalten kann) nicht, denn was meine Sinne (auch im Sinne von Gestaltkonstruktion, vielleicht das was wir 6ten oder 7ten Sinn nennen) nicht erfassen können existiert in unserer Wirklichkeit nicht.

 

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