Cage und Mittelalter – Halberstadt

Das letzte größere Set (vor meiner Abreise) lief unter dem Motto: Cage plus mittelalterliche Musik der Heideklöster, Tanz und Neue Werke

The Sound of Silence: Aus dem Inneren

Nach den einstimmenden Worten der „resignierten“ Alt-Äptissin des Klosters Isenhagen in der Lüneburger Heide (die Äptissin war verhindert weil der Bischhof sich überraschend angekündigt hatte, eigenwilliges Timing …) gabe es Einführungsvorträge von Ulrike Volkhardt: „Vidi angelum dei – Mittelalterliche Musik in Neurddeutschen Frauenklöstern“ und Peter Becker „Umrisse einer Musica amandi“, die viel mit dem genius loci (des Kloster St. Burchardi) zutun hatte und wenig mit Cage. Fazit „Mit dem Herzensohr hören. 4’33“ ist ‚a silent prayer‘ kein ’silenzium tazet humitas‘, wir sollten Gott nicht im Weg stehen“, na ja …

Der Vortrag von Marion Saxer wurde in Abwesenheit der Verfasserin von Ulrike Volkhardt vorgetragen, es ging darin um „Hör-Räume im Offenen“, hier ging es um die verschiedenen Formen des „Musik verstehen“:

1. Strukturelles Verständnis (Riehmann am Paradebeispiel Beethoven) wird die Struktur verstanden ist es schön

2. Mitfühlen (Romantik), hier auch der scheiternde Künstler und das Missverstanden werden. Dazu auch Kandinsky: In Kauf nehmen unverstanden zu sein

3. John During: Kunst als Erfahrung auch des nicht Intendierten „Es entsteht aus dem Material“ -> Duchamp, „Kunst als unabgeschlossener Rohzustand der wie Melasse zu reinem Zucker raffiniert werden muss“ dieser Prozess benötigt den interaktiven Zuhörer (vergl. Makrobiotik -> Zucker als Gift und Dreiundzwanzig über das Raffinierte)

4. John Cage: Die offene Wahrnehmung inszenieren, das Hören ist entscheidend, die Aufmerksamkeit wird auf die Aufmerksamkeit gelenkt … es gibt kein Abschließendes Resultat: Happy new ears!

Alles in allem sehr interessante Vorträge, aber nicht sonderlich erhellend was John Cage angeht. Ulrike Volkhardt ist nicht nur Wissenschaftlerin, sodern auch Musikerin und so konnten wie sie am frühen Abend Openair mit ihrer Schols und Ensemble „devotio moderna“ (aus Hannover) hören.

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  1. From Cage Walk 2012 - Openair – Halberstadt on 15 Sep 2012 at 12:55

    […] Volkhardt ist nicht nur Wissenschaftlerin, sodern auch Musikerin und so konnten wie sie am frühen Abend Openair mit ihrer Schola und […]

  2. From Cage Walk 2012 - Nachtgedanken – Halberstadt on 15 Sep 2012 at 13:59

    […] nicht um dort zu sein, sondern als Folge seines Tuns”, dies passt zu den Aussagen bei dem Mittelalter Vortrag der Auftritt, das auf der Bühne sein gehört zum Wesen der Beschäftigung, es entsteht aus dem […]

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